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Psychagoge: „Von mir kriegt Videodolmetschen die Goldmedaille“

„Psycha…was“? Hört man das Wort Psychagoge zum ersten Mal, fragt man sich womöglich zunächst, ob man sich verhört hat. Wir haben mit dem Wiener Psychagogen Christoph Pawel über dieses Berufsfeld und den Einsatz von Videodolmetschen an Schulen gesprochen.

Viele Menschen wundern sich, wenn sie das Wort „Psychagoge“ hören und meinen, dass man sich vielleicht versprochen hätte. „Tatsächlich ist das Wort eine Mischung aus dem Wort Pädagoge und Psychologe“, erklärt der ausgebildete Volksschullehrer und Psychagoge Christoph Pawel. Seit über 40 Jahren gibt es an Wiener Schulen Psychagog*innen und Beratungslehrer*innen. Sie unterstützen Schüler und Schülerinnen mit emotionalen und sozialen Problemen, helfen z.B. bei Schulangst oder Verhaltensauffälligkeiten.

Die Betreuung findet laut Christoph Pawel meist einzeln statt. „Bei mir haben die Kinder einen geschützten Raum, in dem sie ihre Gefühle ausdrücken können. Meine Aufgabe ist, sie zu beobachten und zu ergründen, was in ihnen vorgeht“, erklärt er.

Seit April 2021 gibt es an Österreichs Schulen das Projekt „Wir verstehen uns“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert wird. Die Nutzung von Video- bzw. Telefondolmetschen soll die Arbeit von Pädagog*innen erleichtern.