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Wir stellen vor: Unser Kollege Florian Rybar

In unserer Serie „Wir stellen vor“ wollen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Gesicht geben. Dieses Mal haben wir mit unserem Kollegen Florian Rybar über sich und seinen Arbeitsalltag bei der SAVD gesprochen.

Florian, was ist dein beruflicher Hintergrund und wie bist du zu SAVD gekommen? 

Mein beruflicher Hintergrund liegt eigentlich in einem anderen Bereich. Ich habe ursprünglich Damen- und Herrenschneider gelernt und war danach einige Zeit im Handel tätig. Irgendwann wollte ich mich jedoch beruflich neu orientieren. Über meine Freundin, die ebenfalls bei SAVD arbeitet, habe ich zwar nicht direkt von der Stelle erfahren, sie aber auf LinkedIn gesehen. Nachdem ich sie gefragt hatte, wie es ihr bei SAVD gefällt, und sehr positives Feedback bekommen habe, habe ich mich entschieden, mich zu bewerben. Der Bewerbungsprozess lief sehr gut – und so bin ich schließlich hier gelandet. 

Auf welche Stelle hast du dich damals beworben und was hat dich daran angesprochen? 

Ich habe mich als Customer Relations Manager beworben – und das ist im Kern auch heute noch meine Aufgabe. Dabei begleite ich Kundinnen und Kunden vom allerersten Kontakt bis zum Vertragsabschluss und darüber hinaus. Ich bin also Ansprechpartner vom ersten Interesse, bis sie fester Bestandteil unseres Kundenstamms sind. 

Dein Hintergrund als Schneider ist eher ungewöhnlich für diesen Bereich. Was hat dich trotzdem dazu gebracht zu sagen: Das passt zu mir? 

Auch wenn es auf den ersten Blick ein großer Sprung war, hat mir der Kundenkontakt schon im Handel immer sehr viel Freude gemacht. Ich wusste anfangs selbst kaum, was Videodolmetschen genau ist. Aber im Bewerbungsgespräch habe ich verstanden, wie stark diese Dienstleistung zum Beispiel NGOs unterstützt – vor allem dort, wo Menschen sich keine vor Ort-Dolmetschleistungen leisten können. Das hat mich sehr überzeugt, weil es mit meinen eigenen Werten übereinstimmt und weil ich gemerkt habe: Damit kann man wirklich etwas Gutes tun. 

Hattest du vor deiner Zeit bei SAVD bereits Berührungspunkte mit Dolmetschen oder Übersetzen? 

Tatsächlich hatte ich etwa ein halbes Jahr davor ein Praktikum bei einer Übersetzungsfirma, allerdings im Sales- und Marketingbereich. Das war kurz vor Beginn meines Studiums und diente für mich vor allem dazu herauszufinden, ob mir Sales und Marketing in diesem Umfeld gefallen. 

Du hast dein Studium erwähnt – was studierst du aktuell? 

Ich studiere Marketing und Sales berufsbegleitend und mache derzeit meinen Bachelor an der FH Wien der WKW. 

 

Du bist jetzt seit etwas über zwei Jahren bei der SAVD. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? 

Es gibt Aufgaben, die regelmäßig anfallen, aber kein Tag gleicht dem anderen. An einem Tag kommen vielleicht mehrere Anfragen aus dem NGO-Bereich, am nächsten von kommunalen Stellen. Man muss sich immer wieder auf neue Kontexte einstellen. Zu den täglichen Aufgaben gehören zum Beispiel Anfragen über die Website, die Pflege unseres CRM-Systems und die Begleitung von Interessierten entlang der gesamten Customer Journey. 

Das CRM-System – kannst du kurz erklären, was das ist und wie du es nutzt? 

CRM steht für “Customer-Relationship-Management“. Für mich ist das System vor allem eine große, strukturierte To-do-Liste. Ich dokumentiere dort die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, lege Erinnerungen an und behalte den Überblick über den aktuellen Stand jeder Anfrage. So kann ich sicherstellen, dass ich zur richtigen Zeit nachfasse und niemand verloren geht. 

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist momentan ein großes Thema. Wie schätzt du ihren Einfluss auf deine Arbeit und auf das Dolmetschen ein? 

Aus meiner Sicht kann KI menschliche Dolmetscher nicht ersetzen. Die Technik ist dafür nicht weit genug – und gerade im sensiblen Bereich der Kommunikation ist der menschliche Faktor entscheidend. Viele Kundinnen und Kunden sind sogar erleichtert zu hören, dass bei uns echte, qualifizierte Menschen dolmetschen und keine Computerstimme. 

Gibt es eine besondere Anekdote in der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden aus deiner bisherigen Arbeit bei SAVD, die dir im Gedächtnis geblieben ist? 

Eine Anfrage ist mir besonders im Kopf geblieben: Im Sommer 2024 kam ein Kunde mit sehr dringendem Interesse an einem Pilotprojekt auf uns zu. Bis heute – inzwischen ist es Januar 2026 – besteht der Vertrag noch immer nicht. Das Interesse wird regelmäßig bestätigt, aber es gibt immer wieder neue Verzögerungen. Jedes Mal, wenn ich eine E-Mail dazu bekomme, schmunzle ich ein bisschen und hoffe, dass es gute Nachrichten sind. Um das Ganze ernster zu betrachten, ist es leider klar, dass viele Einrichtungen Bedarf und Interesse an Remotedolmetschungen haben, aber leider die Rahmenbedingungen beziehungsweise institutionelle Strukturen regelmäßig einem Vertragsabschluss im Weg stehen. Mein Ziel für die Zukunft ist es daher so viel Bewusstsein wie möglich für den Bedarf von Remotedolmetschen zu schaffen, dass sogar die kleinste Non-Profit Organisation die Möglichkeit hat Remotedolmetschen zu nutzen, wenn Bedarf besteht. 

Gab es auch unangenehme Erfahrungen mit Kundinnen oder Kunden? 

Eigentlich nicht. Die meisten Menschen, mit denen ich spreche, haben echtes Interesse und stehen sehr nah an den Personen, die Dolmetschleistungen tatsächlich brauchen. Dadurch sind die Gespräche in der Regel sehr wertschätzend. Unangenehm wird es höchstens, wenn Präsentationen sehr lang sind und die Aufmerksamkeit nachlässt – aber das kennt man auch aus Vorlesungen. 

 

Was war bisher deine größte Herausforderung bei der SAVD? 

Gleich zu Beginn meiner Zeit hier habe ich die Verantwortung für öffentliche Ausschreibungen übernommen. Nach wenigen Monaten lag eine sehr große Ausschreibung vor mir, die ich weitgehend selbst bearbeiten sollte. Das war ein enormes Projekt mit vielen Anforderungen und individuellen Anpassungen. Am Ende haben wir die Ausschreibung gewonnen und den Kunden bis heute – aber das war definitiv eine große Herausforderung. 

Welche persönlichen Werte kannst du durch deine Arbeit bei der SAVD leben? 

Für mich sind Hilfsbereitschaft und Courage wichtige Werte. Unsere Dienstleistung senkt Hürden und macht es einfacher, Menschen zu unterstützen, die sonst nicht verstanden würden. Das Gefühl, mit meiner Arbeit konkret dazu beizutragen, dass Verständigung möglich wird, ist für mich sehr erfüllend. 

Gibt es etwas, das du bei der SAVD gelernt hast und auch außerhalb der Arbeit anwenden kannst? 

Ja, vor allem das bewusste Zuhören. Ich habe gelernt, nicht nur auf das zu achten, was gesagt wird, sondern auf das, was wirklich gemeint ist. Das hilft mir nicht nur im Kundengespräch, sondern auch im Studium und im Alltag, etwa bei organisatorischen oder privaten Entscheidungen. 

Außerdem hat mir das regelmäßige Präsentieren vor Kunden geholfen meine Nervosität vor spontanen Präsentationen auf der Uni abzulegen. Manchmal weiß man nicht wie Erstgespräche verlaufen, aber diese Ungewissheit hat auch ihre Vorteile. 

Was machst du in deiner Freizeit, um einen Ausgleich zur Arbeit zu haben? 

Ich habe vor einigen Jahren begonnen intensiv Sport zu betreiben und das ist inzwischen ein echtes Hobby geworden. Ich laufe viel, fahre Fahrrad und bin regelmäßig im Fitnessstudio. Außerdem studiere ich gerne, verbringe Zeit mit meiner Freundin und unseren Katzen und bin sehr gern draußen unterwegs. 

Wo siehst du dich in den nächsten fünf Jahren? 

Mein Bachelorstudium schließe ich dieses Jahr ab. Danach überlege ich, ob ich einen Master anhänge oder noch eine andere Richtung einschlage. Bei der SAVD bin ich sehr zufrieden und kann mir gut vorstellen, mehr Verantwortung zu übernehmen, neue Kundenfelder zu erschließen und das Unternehmen weiter wachsen zu sehen. 

 

Danke dir Florian, für dieses ausführliche und schöne Interview.  

Florian ist seit 2023 Teil des SAVD-Teams und betreut als Customer Relations Manager Kund:innen vom ersten Interesse bis zum Vertragsabschluss. Sein beruflicher Weg führte ihn vom Schneiderhandwerk über den Handel zu SAVD, wo ihn besonders der soziale Nutzen des Remotedolmetschens überzeugt.

Berufsbegleitend studiert er Marketing und Sales und bringt seine Stärke im strukturierten Arbeiten sowie im wertschätzenden Kundendialog ein. Besonders prägend war für ihn die frühe Verantwortung für große öffentliche Ausschreibungen.

In seiner Freizeit ist Florian viel sportlich unterwegs, verbringt Zeit mit seiner Freundin und ihren Katzen und ist gern draußen aktiv.