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Berichte und Meldungen zu Gewaltverbrechen an Frauen reißen nicht ab. So sind Medienberichten zufolge in Österreich allein dieses Jahr (Stand 12. Mai 2021) 14 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden*. Weitere Vorfälle, sexuelle Übergriffe, tätliche Angriffe sowie Drohungen, Psychoterror, Stalking, Erniedrigungen und Beschimpfungen mehren sich laut dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser ebenfalls. Wobei nicht zur Anzeige gebrachte Fälle in der Regel auch in keiner Statistik auftauchen. Sprich, die Dunkelziffer ist de facto viel höher. Das ist schrecklich erschütternd und macht viele Menschen – darunter fatalerweise viele Opfer von Gewalt – sprachlos. Andere wiederum finden klare Worte und fordern: Mehr Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, mehr Mittel für die Opferbetreuung, für Frauen- und Familienberatungsstellen und Gewaltschutz!

Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

Auch wenn es Teile der Gesellschaft nicht wahrhaben möchte, Gewalt kann jede Frau treffen – unabhängig von Alter, Nationalität, Bildungsstand, Einkommen und religiöser sowie ethnischer Zugehörigkeit. Und obwohl seit Ende der 60-er Jahre von verschiedenen Institutionen weltweit versucht wird, das Thema zu enttabuisieren und in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Frauenhäuser und Zufluchtsstätten für misshandelte Frauen und ihre Kinder eingerichtet wurden, fehlt es immer noch an wirkungsvollen Maßnahmen, um die Gewalt zu stoppen. Dazu sagte die amerikanische Frauenrechtlerin Donna Garske einmal, dass „Gewalt gegen Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft nach wie vor nicht allgemein als soziales Problem gesehen wird.“

(c) Quelle: Bundeskriminalamt

#meToo – ein Hashtag geht um die Welt

Die „Me Too-Bewegung“ entstand Ende 2017, nachdem bekannt wurde, dass der einst mächtige Hollywood-Produzent Harvey Weinstein seine Position mehrfach missbraucht und zahlreiche Frauen sexuell belästigt, genötigt und vergewaltigt hat. Viele prominente Frauen, Schauspielerinnen, Sängerinnen, Künstlerinnen, aber auch Politikerinnen und Aktivistinnen haben daraufhin das Wort ergriffen und das Thema in den öffentlichen Diskurs gebracht.

Offene Kommunikation statt Angst, Scham und Schweigen

Opfer von Gewalt schämen sich oft ihrer Situation und haben – trotz niederschwellig zugänglichen Beratungs- und Hilfsangeboten – Angst, sich anderen anzuvertrauen. Die Gründe dafür sind zahlreich, oft ein Mix aus finanzieller wie emotionaler Abhängigkeit, Angst vor Bloßstellung in der Gesellschaft und viele Gründe mehr. Sprachbarrieren sollten daher keine zusätzliche Hürde für die Frauen sein, um sich Hilfe zu suchen.

Die SAVD Videodolmetschen GmbH bietet ihre Services bereits zahlreichen Frauenhäusern in Deutschland und Österreich an. Interessierte Einrichtungen können sich jederzeit per Mail oder telefonisch an uns wenden, um weitere Informationen zu erhalten.        

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(c) Jon Tyson / Unsplash

Sprachbarrieren zwischen PädagogInnen, Kindern und deren Eltern und/oder Erziehungsberechtigten können im Schulalltag zu großen Problemen führen und alle Beteiligten schwer belasten. Um sprachliche und kulturelle Missverständnisse möglichst früh in der Kommunikation zu vermeiden und Chancengleichheit und Integration bestmöglich zu fördern, startete bereits im November 2019 ein Pilotprojekt „Video- und Telefondolmetschen“ an vier österreichischen Bildungseinrichtungen (zwei Schulen und zwei Kindergärten). Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat die SAVD Videodolmetschen GmbH sowohl die nötige Technologie als auch die DolmetscherInnen zur Verfügung gestellt und den umfassenden Support übernommen. Das Projekt wird nun mit Förderungen der EU bis voraussichtlich Ende des Kindergarten-/Schuljahres 2021/2022 fortgesetzt und steht allen Volks- und Mittelschulen sowie Kindergärten in Österreich kostenfrei zur Verfügung!

Video- und Telefondolmetschen nicht nur für organisatorische Gespräche

Die Oskar Spiel Schule war eine der ersten Einrichtungen, die zwischen November 2019 und Juni 2020 an dem Pilotprojekt „Video- und Telefondolmetschen in Bildungseinrichtungen“ teilgenommen hat. Jetzt wo das Projekt fortgeführt und durch die Förderung des Europäischen Sozialfonds für alle österreichischen Kindergärten, Volks- und Mittelschulen kostenlos angeboten werden kann, erinnern sich MitarbeiterInnen an ihre Erfahrungen mit dem Videodolmetschen. So erläutert die Direktorin der Schule, Nina Ratschiner im Interview mit dem Hitradio Ö3, dass sie den Service der SAVD nicht nur für organisatorische Gespräche, sondern auch für intensive Elterngespräche genutzt haben, um beispielsweise Erziehungsfragen zu besprechen.

Videodolmetschen – ein effizientes Werkzeug im Berufsalltag

Ein Pädagoge der Schule schreibt in einem Brief: „Bevor ich mit den Kindern meistens im Einzelsetting arbeite, führe ich viele Elterngespräche, um die Situation der Kinder und den familiären Background besser kennenzulernen. Zu meinen KlientInnen zählen auch Familien mit Migrationshintergrund. Besonders bei Flüchtlingskindern aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, aber auch bei Kindern aus anderen Ländern stelle ich oftmals fest, dass Belastungen wie Schulangst, familiäre Schwierigkeiten, Erkrankungen, das Nichtbewältigen von traumatischen Erlebnissen und viele weitere Probleme das Lernen beeinträchtigen und die Kinder in der Regel ganz alleine damit zurechtkommen müssen. Elterngespräche über Schwierigkeiten der Kinder sind schon auf Deutsch schwierig zu führen, da den beteiligten Personen oft die richtigen Worte fehlen. Führen Eltern mit mir Gespräche, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, dann ist es gut nachvollziehbar, dass es aufgrund der Sprachschwierigkeiten zu Missverständnissen oder zu keinem „erfolgreichen Gespräch“ kommen kann, da nicht oder unter erschwerten Bedingungen über mögliche Schwierigkeiten des Kindes gemeinsam nachgedacht werden kann und diese auch nur mit großen Hürden kommuniziert werden können.

Seit November 2019 konnte ich den Videodolmetscher zu den Treffen mit den Eltern „dazu nehmen“ und seit dem ersten Gespräch bin ich der größte Fan dieses Projekts. Ich stellte mein Tablett auf den Tisch, erklärte den Eltern gleich mithilfe des Dolmetschers das Pilotprojekt und begann gleich das Elterngespräch. Erst durch dieses Pilotprojekt im vergangenen Schuljahr konnte ich viele Eltern erreichen, die sonst nicht zu mir gekommen wären und wir konnten viele, vor allem schulrelevante Themen besprechen.“

SAVD – Partner des Bundesministeriums Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das BMBF Projekt „Wir verstehen uns! – Video- und Telefondolmetschen in Bildungseinrichtungen“ startet ab April 2021 bis zum Ende des Kindergarten-/Schuljahres 2021/2022 – auch während der Sommermonate und steht wochentags von 7:00 -19:00 Uhr kostenlos zur Verfügung.

Vorteile auf einen Blick

Video- und Telefondolmetschen für Bildungseinrichtungen

Video- und Telefondolmetschen für Bildungseinrichtungen

Weitere Informationen erhalten Sie, wenn Sie sich direkt an uns wenden: bildung@savd.at. Wir freuen uns auf Ihre Nachrichten!